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Vernissage, Ralph Ammer

 


HAUSHALTEN
 

„Der Geist, der aus der Ornamentik der Banknoten spricht“
Walter Benjamin
 
Der Countdown hat mit der Ausstellung von Ralph Ammers „Haushalten“ begonnen: Das Ende von HEADEGG rückt immer näher! Der in München lebende Künstler lotet in seinen Kunstwerken die Ausdruckskraft von Zeichnungen mit verschiedenen Medien aus. Bei HEADEGG zu sehen sind Zeichnungen, Drucke und algorithmische Animationen.
Im Mittelpunkt der 18. Ausstellung stehen Scheunen – vereinzelte Zweckbauten als Metapher für ökonomische Teilnehmer. Unterschiedlichste Behausungen gibt es unzählbar viele in den Arbeiten von Ralph Ammer. Sie treten einzeln, verstreut, in Gruppen und geballt auf. Sie befinden sich im Flug, im Fall und in Auflösung. Ammer versucht, sich Bilder davon zu machen, was wir mit Geld tun und was es mit uns tut.
Die Arbeiten sind für Ammer Begleiterscheinungen zu der Frage, inwiefern sich in unser Leben irrationale Motive und Beweggründe einschleichen, wenn wir scheinbar rein rationale ökonomische Entscheidungen treffen.
„Unser Verhältnis zu Geld ist nicht annähernd so nüchtern und sachlich wie all die präzisen Zahlen und ‘Fakten’ unseres Umgangs mit ihm vorgaukeln, es ist ein spirituelles Verhältnis, das tief in unserer individuellen wie kollektiven Psyche verankert ist. Geld ist eine zwischenmenschliche Vereinbarung. Es gibt kein Material, das an sich wertvoll ist, der Wert, den wir einem Gegenstand oder Material zuweisen, ist vor allem sozial verhandelt.“ (Ralph Ammer)
 
Die Zeichnung fungiert für Ammer als intuitives Medium, mit dem er spielerisch Bilder erarbeiten, erproben und verwirklichen kann, sie ist ein „Denk-Medium“. Diese spontanen Prozesse stehen dann auch in starkem Kontrast zur methodischen Arbeit mit dem Medium Computer, dem Programmieren von Systemen. Bei Ammer verschmilzt die Zeichnungen mit Software, versetzt Bilder in Bewegung und ermöglicht den Betrachtern, mit ihnen zu interagieren.
So können die Besucher mit Hilfe der Installation „Hier hört der Spaß auf“ ihr eigenes Verhältnis zu Geld hinterfragen und in gewisser Weise auch prüfen. Sie werden eingeladen, eine moralische Grenze zu überschreiten und etwas äußerst unanständiges zu tun.

Text von Lea Grebe

 

 

 



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