13-headegg-Stephan-Kaluza

 

Bilder der Vernissage

Mehr über Stephan Kaluza unter:
www.schultzberlin.com

 


FELDER

Mit der 13. Ausstellung wird bei HEADEGG einiges anders! Zu Gast ist die Galerie von Michael Schultz, die den Künstler Stephan Kaluza in unserem Räumen präsentiert. Der umtriebige Galerist betreibt neben seiner Berliner Hauptniederlassung Dependancen­ in Seoul­ und Beijing. Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist das Aufspüren von neuen künstlerischen­ Strömungen. Mehr unter www.schultzberlin.com

Stephan Kaluza ist ein etablierter, in Düsseldorf und Berlin lebender und arbeitender Maler, Fotograf und Autor. 1964 geboren, stellte er neben der Malerei ab 2004 zunehmend­ auch fotografische Arbeiten in monumentaler Größe aus, u.a. im Zendai Museum­ Shanghai­, Museum of the Seam, Jerusalem, Contemporary Art Museum Seoul­, Kunsthalle­ Düssel­dorf. Ebenso schrieb er Theaterstücke, welche am Schauspielhaus und der Oper am Rhein, Düsseldorf, sowie im Staatstheater Stuttgart und am Deutschen Theater­ Berlin urauf­geführt wurden.

Bei HEADEGG ist die Serie »Felder« von 2013 zu sehen, die sich mit der heutigen Bedeutung­, Problematik und Atmosphäre einer Landschaft auseinandersetzt. Dem voraus ging ein Zyklus, der sich mit Schlachtfeldern in ihrem heutigen Zustand beschäftigte. Stephan Kaluza beschreibt seine Arbeiten wie folgt:

„Die menschliche Geschichte machte viele Orte zu bedeutungsvollen Orten. Im neutralen­ Sinne fallen ebenso menschliche und wie auch naturelle Katastrophen unter diese Begrifflichkeiten; ehemals simple Ortsbezeichnungen wie Tschernobyl, Auschwitz und Guantanamo­ Bay konnotieren heute eher die Bedeutung dieser Orte als deren schlichte geographische Bezeichnung. Die Ereignisse, die an diesen Orten stattfanden, machten diese Plätze zu Symbolen einer allseits gegenwärtigen Geschichte.


Insbesondere die Schlachtfelder im Verlauf der menschlichen Geschichte nehmen als Symbol eine große­ Präsenz ein; auch der nicht so Geschichts-Bewanderte ist mit Ortsbezeichnungen wie Waterloo­ und Marathon vertraut, sei es, weil die eine als Synonym für – Niederlage­ – steht, sei es, weil man nach der anderen eine populäre Sportart benannt hat. Die Neutralisierung des zeitlichen­ Abstandes nimmt den stattgefundenen Dramen vor allem – die Trauer. Auch wenn die jeweils nationale Heroisierung den Opfern dieser Ereignisse den notwendigen Trost gab, so geschah vor allen anderen Dingen zunächst das eine, – es wurde­ zumeist sinnlos­ gestorben und die Größe der geschichtlichen Bedeutung konkurriert­ in trauriger­ Weise mit der Anzahl der massenhaft Getöteten.


Die Bilder der schönen und idyllischen Landschaften stehen im bewussten Kontrast zum Wissen über das Geschehene.­ Es sind nicht die trainierten Medien-Bilder, die sich einem aufdrängen; in diesen Fotos von romantisch­ anmutenden Wäldern, Wiesen und Flüssen zeigt sich eher eine Unschuld und eine Unbeirrbarkeit der Natur, unabhängig­ vom menschlichen Handeln seinerzeit. In ihrer­ stillen Präsenz verdeutlicht die Natur die Flüchtigkeit, und ebenso die Abgründe des menschlichen Tuns. Die Bilder basieren auf einer Art »doppelten« Wahrnehmung; das Wissen von den Ereignissen findet parallel zum eigentlich Sichtbaren statt, es entsteht so die Illusion einer entnommenen Zeit, eines angehaltenen Augenblicks. Die Fotos stellen derart die Frage nach den »Bildern hinter den Bildern«, nach der (un)sichtbaren »Bedeutung«­ dieses Ortes, ihnen ist eines gemein, – die Natur steht in ihrer Schönheit im Vordergrund. Nicht, um die traurige Berühmtheit dieser Orte zu »verniedlichen«, vielmehr, um ein Bewusstsein von Zeit und Vergessen zu hinterfragen.­“

Ein Kommentar von Lea Grebe



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